Feline Hüftgelenksdysplasie – FHD –

Die Hüftgelenksdysplasie ist eine multifaktorielle Erkankung des Hüftgelenkes. Als Dysplasie bezeichnet man die abnorme Entwicklung eines Gewebes. Die FHD ist eine bekannte Erkrankung vieler Hunderassen. Seit einigen Jahren wird diese Veränderung auch bei Katzen beobachtet und erforscht.

Die Hüfte besteht anatomisch aus:
  • 1. dem Oberschenkel
  • 2. dem Oberschenkelhals
  • 3. dem Oberschenkelkopf
  • 4. der Hüftgelenkspfanne
  • 5. dem Hüftgelenksdach
Bei einer „ gesunden“ Hüfte sitzt der Oberschenkelkopf fest in der Hüftgelenkspfanne.

Mehrere Faktoren führen zum Krankheitsbild der Hüftgelenksdysplasie:
  • ein flaches – offenes – Hüftgelenksdach
  • ein Hüftkopf, der nicht fest in der Hüftgelenkspfanne sitzt
  • zu schnelles Wachstum und zu viel Gewicht im Welpenalter
  • falsche Ernährung
  • Verletzungen
Babyhüft einer Katze drei Wochen alt
Normale Hüfte
Schwere HD

Die aufgezählten Faktoren führen zu einer unphysiologischen Belastung der Bänder und der Gelenkkapsel. Es kommt zu sekundären Veränderungen und Umformungen am Oberschenkelkopf und an der Pfanne. Knorpel und Knochen verändern sich. Es kann eine schmerzhafte Hüftgelenksarthrose entstehen.

Auf Grund der ruhigen Lebensweise unserer Hauskatzen bleibt eine Hüftgelenksveränderung häufig vom Besitzer unbemerkt.

Welche Verhaltensänderungen können Hinweis auf ein Hüftgelenksproblem sein?
  • Die Katze zögert, bevor sie auf eine ihr vertraute Höhe springt
  • sie mag nicht mehr von einem Platz zum anderen springen
  • sie wählt Liegeplätze in geringerer Höhe aus
  • sie läuft nicht mehr so elegant die Treppe rauf und runter, bleibt zwischendurch sitzen
  • manche Katze mag sich nicht mehr so gerne auf dem Rücken streicheln lassen
  • sie streckt sich nicht mehr so gerne und nach dem Schlafen scheint sie steif zu gehen
  • Hinken mit einem der Hinterbeine
  • das Streu in der Katzentoilette wird nicht mehr gerne „ bearbeitet“
  • es wird über den Rand der Katzentoilette gemacht, weil das Hocken weh tut

Zahlreiche wissenschaftliche Gruppen (in den USA z.B. The Feline Hip Dysplasie Awareness Group oder die OFDA, aber auch Zuchtverbände in Europa, wie Pawpets in Schweden und die Grsk – Gesellschaft für Röntgendiagnostik genetisch beeinflusster Skeletterkrankungen bei Kleintieren – in Deutschland) sind um die Erforschung und Aufklärung der felinen Hüftgelenksdysplasie bemüht.

Obwohl jede Katze betroffen sein kann, werden prozentual häufiger Veränderungen bei den großen, schweren Katzenrassen gefunden.

Schnelles Wachstum, großer, schwerer Körperbau, Veränderungen in der Hüft-Kniescheibenlinie, eine Fehlstellung des Oberschenkelkopfes, sowie eine mangelnde Festigkeit der umgebenden Bänder werden u.a. für die Entstehung der Hüftdysplasie verantwortlich gemacht.

In Anlehnung an die Hüftgelenksuntersuchungen der Hunde, wird von den großen Zuchtverbänden in den USA und Nordeuropa eine Röntgenuntersuchung auf HD bei der Katze gefordert. Die Katze sollten vor dem Einsatz zur Zucht untersucht werden. Je nach Verband wird ein Mindestalter von 12 bzw. 24 Monaten gefordert. In einigen Ländern sind inzwischen einheitliche Richtlinien und Formulare erarbeitet worden.

Missbildung im Beckenbereich

Allerdings erfolgt die Auswertung je nach Verband und Land noch sehr unterschiedlich – Winkelbestimmung nach Norberg, DistractionIndex - PennHipIndex oder alleinige Beurteilung der Gelenksveränderungen ohne Winkelmessung-.

In unserer Praxis haben wir – in Anlehnung an die HD Untersuchung der Hunde – das Schema der FHDA übernommen: In kurzer Sedation ( Beruhigung ), die sofort nach Beendigung der Untersuchung wieder aufgehoben wird, fertigen wir eine Röntgenaufnahme in der sogenannten HD – Position ( Rückenlage, absolut symmetrisch ) an. Die Aufnahme wird direkt begutachtet. Das Ergebnis wird anschließend ausführlich mit dem Besitzer besprochen.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten Ihrer Katze zu helfen!
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