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Hypertrophe Cardiomyopathie HCM
Erkrankungen des Herzmuskels werden als Cardiomyopathien bezeichnet. Nach Art der Veränderung unterscheidet man unterschiedliche Formen.
Veränderungen des Herzmuskels stellen bei der Katze die häufigste Form der Herzerkrankung dar. Im Fall der HCM ist sie vornehmlich durch eine Veränderung des linken Ventrikels und/oder der dortigen Strukturen gekennzeichnet:
In der angloamerikanischen Literatur wird nur von HCM gesprochen, wenn die Herzmuskelveränderung nicht als Folge einer anderen Erkrankung entstanden ist.
Eine Verdickung des Herzmuskels als Folge einer anderen primären Erkrankung bezeichnet man als concentrische Hypertrophie:
- Hyperthyreose Überfunktion der Schilddrüse
- Diabetes mellitus Blutzucker
- Akromegalie Überproduktion von Wachstumshormon
- Gefäßveränderungen z.B. Aortenstenose
- Hypertension = Bluthochdruck , z.B. als Folge von Nierenerkrankungen
Aus der Humanmedizin sind familiäre Erkrankungen an HCM bekannt. Mutation bestimmter Gene, die für die Entwicklung von Herzmuskelproteinen verantwortlich sind, werden falsch kodiert ( Entwicklung Myosin Sarkomer Strukturen ). Es kommt zu einer fehlerhaften Anordnung der Herzmuskelzellen, die u.a. zu einer unregelmäßigen Verdickung des Herzmuskels im Bereich des linken Ventrikel führt. Das Lumen der linken Herzkammer wird durch die Verdickung kleiner. Es können nur noch geringere Mengen Blut in die Herzkammer fließen, es wird weniger Blut pro Zeiteinheit transportiert. Durch Aktivierung verschiedener Regelmechanismen versucht der Körper dieses Defizit u.a. durch die Erhöhung der Herzfrequenz zu kompensieren.
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Die fatale Fogle:
- der Herzmuskel wird noch dicker und starrer
- es verändern sich die Druckverhältnisse
- es kommt zum Blutrückfluss in die linke Vorkammer
- es folgen Rückstau in die Lunge Ausbildung eines Lungenödems
- und Rückstau in den Brustraum
Amerikanische Forscher haben den Erbgang der HCM zuerst in einer Zucht von Maine - Coon Katzen nachgewiesen. Zahlreiche Untersuchungen in den letzen Jahren haben aber gezeigt, dass andere Rassen: Perser, Rex , Ragdoll, American und British Shorthair sehr häufig betroffen sind. Bei unseren Hauskatzen wird die HCM ebenso diagnostiziert. Der Erbgang bei Katzen soll, wie beim Menschen, autosomal dominant erfolgen.
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Die HCM ist eine Erkrankung der jungen Katze. Männliche Tiere scheinen häufiger und früher betroffen zu sein, als weibliche Tiere. Für den Tierbesitzer ist eine Erkrankung, besonders im Anfangsstadium der HCM nur sehr schwierig zu erkennen, da die Katze ein recht ruhiges Leben führt. Im Gegensatz zum Hund zeigt sie meist kein Symptom, das auf eine Herzerkrankung hinweist. Husten oder Leistungsschwäche werden vornehmlich beim Hund beobachtet.
Bei folgenden Veränderungen sollten Sie uns Ihre Katze unbedingt vorstellen:
- nach kurzem Spielen ist Ihre Katze lustlos oder sogar außer Atem
- sie zeigt ein vermehrtes Ruhebedürfnis und mangelndes Interesse am Futter
- die Atmung ist beschleunigt und erfolgt nicht mehr aus dem Brustraum, sondern scheint aus dem Bauchraum zu kommen- Bauchpressatmung
- das Herz schlägt schneller und heftiger
- nach nur kurzer Spielzeit wird durch das offene Maul gehechelt
- die Schleimhäute sind nicht mehr rosarot, sondern blass oder bläulich
- Sie bemerken eine Zunahme des Bauchumfanges, die nicht in Relation zur Futtermenge steht
- Ihre Katze zeigt plötzlich eine Schwäche oder Lähmung der Vorder- oder Hinterbeine
- Ihre Katze hat plötzlich große Pupillen und scheint nicht mehr sehen zu können
Wir werden durch eine gründliche und eingehende Untersuchung feststellen, ob Ihre Katze an einer Erkrankung des Herzens leidet. Dazu stehen uns Laboruntersuchungen, Röntgen , EKG und Ultraschall zur Verfügung.
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Die verschiedenen Möglichkeiten einer Therapie werden wir anschließend ausführlich mit Ihnen besprechen und individuell nach den Bedürfnissen Ihrer Katze einleiten. Eine lebensbedrohliche Situation stellt die Bildung von Thrombosen dar. Durch die veränderten Strömungsverhältnisse in der linken Herzkammer und Vorkammer besteht die Komplikation der Gerinnselbildung. Diese können sich lösen und lebensbedrohliche Verlegungen der Gefäße vornehmlich im Bereich der Hinterbeine, aber auch des rechten Vorderbeines auslösen. Über den jetzigen Stand der Prophylaxe werden wir Sie ebenso informieren.
Zuchtverbände der betroffenen Rassekatzen haben in einigen Ländern folgende Richtlinien aufgestellt:
- männliche Tiere, die zur Zucht eingesetzt werden sollen:
1. Ultraschall im Alter von 1- 2 Jahren
- weibliche Tiere:
1. Ultraschall spätestens im Alter von 3 Jahren
Weitere Ultraschall-Untersuchungen bis die Katze über 3 Jahre alt ist.
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Im November 2005 haben Forscher in Californien - UC Davis und Washington State University die erste Genmutation in einer Gruppe von Maine Coon Katzen identifiziert. Wir informieren Sie über den z.Z. angebotenen Gentest.
Allerdings bleiben weiterhin viele Fragen offen:
- ist es das einzige Gen?
- ist dieses bei allen Katzenrassen für die erbliche Form verantwortlich?
16. Jahrestagung der FG Innere Medizin und klinische Labordiagnostik der DVG , InnLab am Samstag, den 02. Februar 2008
11:15-11:30 Schinner et al., München
C. Schinner, K. Weber, K. Hartmann, G. Wess, Abteilung für Kardiologie der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München
Einleitung: Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die häufigste feline Herzerkrankung mit autosomal dominantem Erbgang und variierender Penetranz. Die A31P- und A74T-Polymorphismen (SNPs) im kardialen Myosin binding protein C3-Gen (MYBPC3) werden derzeit als kausale Mutationen bei Maine Coon-Katzen angesehen.
Genetische Assoziation der A31P- und A74T- Polymorphismen mit der felinen Hypertrophen Kardiomyopathie bei der Maine Coon
In der Praxis weichen Ultraschalldiagnosen häufig vom Genotyp ab. Von züchterischer sowie tierärztlicher Seite ist unklar, wie mit herzgesunden Genotyp positiven Katzen verfahren werden soll. Ziel der Studie waren deshalb die Evaluierung der klinischen Assoziation beider SNPs sowie die Beurteilung der klinischen Validität bereits vermarkteter Gentests.
Material und Methoden: 83 Maine Coon-Katzen und 68 Katzen unterschiedlicher Rassen gingen in die Studie ein. Weibliche Tiere mussten älter als 36 Monate, männliche älter als 24 Monate sein. Der Phänotyp „herzgesund“ oder „HCM“ musste eindeutig zuzuordnen sein. Die Phänotypisierung erfolgte mittels Herzultraschall, die Genotypisierung mittels Taqman® Genotyping Assays.
Ergebnisse: 21,13% der herzgesunden Tiere waren im Gentest positiv für den A31P- und 32,84% für den A74T-SNP. 75% der HCM-Gruppe trugen das gesunde Allel bezüglich des A31P- und 50% bezüglich des A74T-SNPs. Die Allelfrequenzen unterschieden sich zwischen den Phänotypgruppen nicht signifikant. Anhand der vorliegenden Studienpopulation bestand kein Hinweis, dass bereits vermarktete Gentests einen prädiktiven Wert besitzen. Eine computergestützte Proteinanalyse ordnete die Auswirkung der SNPs auf das Protein als benigne ein. Der A31PPolymorphismus ist spezifisch für Maine Coons, während der A74T-Polymorphismus auch bei anderen Katzenrassen vorkommt.
Genetische Assoziation der A31P- und A74T- Polymorphismen mit der felinen Hypertrophen Kardiomyopathie bei der Maine Coon.
Schlussfolgerungen: Mit der untersuchten Patientenzahl wurde keine Assoziation zwischen der HCM und den untersuchten Polymorphismen gefunden. Der Goldstandard für die Zuchtauslese besteht weiterhin in der jährlichen echokardiographischen Untersuchung.
Wir werden Sie weiter informieren! |
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