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Leider sind die aufgelisteten Symptome nicht nur typisch für eine Überfunktion der Schilddrüse, sondern können auch Zeichen einer anderen Erkrankung sein.
Wir werden den Gesundheitszustand Ihrer Katze untersuchen, eine eingehende Herz- Kreislaufuntersuchung vornehmen und Laborbefunde erstellen. Untersuchungen werden in unserer Praxis sofort vorgenommen, so dass wir Ihnen schon nach einer kurzen Wartezeit Auskunft erteilen können. Durch die sorgfältige Palpation der Halsregion lässt sich häufig schon eine Umfangsvermehrung im Schilddrüsenbereich feststellen.
Besonders wichtig ist die Überprüfung der Nierenfunktion der älteren Katze. Bedingt durch den hohen Grundumsatz bei der Schilddrüsenüberfunktion wird immer wieder eine „noch normale“ Nierenfunktion vorgetäuscht. Im Gegensatz dazu, sind die Leberwerte bei dieser Erkrankung häufig erhöht. Ein Blutbild, T4, Nieren-, Leberwerte und die Bestimmung des Blutzuckers sind unerlässliche Laborparameter bei der älteren Katze!
Leider ist die Diagnose der felinen Hyperthyreose nicht immer so einfach. Ältere Katzen leiden häufig an mehreren Krankheiten. Diese "Non Thyroid Disease" oder "Nicht Schilddrüsen bedingten Erkrankungen = NTD" können die Trägerproteine der Schilddrüsenhormone derart beeinflussen, dass der gemessene T4 Wert normal erscheint. In manchen Fällen ist es daher wichtig, den sogenannten freien T4 Wert ( fT4 ) zu messen. Gerade diese Grenzfälle benötigen sehr viel Erfahrung in der Diagnose und Therapie!
Eine Überfunktion der Schilddrüse ist bei Ihrer Katze festgestellt worden welche Therapien gibt es?
Grundsätzlich bestehen drei mögliche Behandlungswege:
- die Tablettentherapie
- die Radiojodtherapie
- die Chirurgie
Tablettentherapie:
Jede Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion sollte mit einer Tablettentherapie beginnen. Bisher wurden dazu Tabletten aus der Humanmedizin verschrieben. Seit 2005 gibt ein speziell für die Katze zugelassenes Medikament.
Diese Tabletten ( kleine Dragees ) müssen allerdings sehr regelmäßig eingegeben werden, da sie die Hormonausschüttung nur blockieren, nicht aber auf Dauer verhindern.
Die in der amerikanischen Literatur beschriebenen Nebenwirkungen haben wir nur sehr selten beobachtet.
Die einleitende Tablettentherapie bietet uns die Möglichkeit, den Stoffwechsel Ihrer Katze unter sogenannten „ Normalbedingungen“ zu beobachten, d.h. wir können erkennen, ob sich die Nieren und Leberwerte oder Herzfunktionen verändern. Im Gegensatz zu früheren Therapien, verzichtet man heute bei Herzfrequenzerhöhungen anfangs lieber auf sogenannte ß-Blocker.
Die Kontrolle der T4, Nieren-und Leberwerte sind unter der Therapie unerlässlich!
Durch die Regulierung der Schilddrüsenfunktion wird unter anderem der Blutdruck gesenkt. Als Folge dieser Absenkung werden auch die Nieren weniger durchblutet und es kann zum Anstieg der Nierenwerte kommen.
Die Nierenwerte sind neben dem T4 Wert - die wichtigsten Parameter zur Weiterführung der Therapie!
Katzen, deren Nierenwerte sich unter der Tablettentherapie gravierend verschlechtern, sind weder Kandidaten für eine Radiojodbehandlung, noch für die Chirurgie!
In der amerikanischen Literatur wird ein „Gewöhnungseffekt„ unter der Tablettentherapie beschrieben, allerdings beziehen sich diese Statistiken auf eine Therapie mit dem Medikament Oragrafin, welches in Deutschland nicht im Handel ist ( 8 von 12 Katzen ließen sich auf lange Zeit nicht befriedigend damit einstellen ).
Eine regelmäßige Kontrolle der Laborwerte ist unbedingt erforderlich! |