| Borreliose / Lyme Disease:
Borrelien sind kleine, korkenzieherartige Bakterien, die durch Zecken ( Ixodes ) übertragen werden können. Diese Zeckenart lebt vorwiegend im Gras- und Buschland. Katzen kommen bei ihren Streifzügen durch die Wiesen mit ihnen in Kontakt.
Eine amerikanische Studie über „ Lyme-infected cats „ berichtet, dass einige der infizierten Katzen gravierende Verhaltensstörungen Nervenentzündungen- zeigten, andere infizierte Tiere vollständig symptomfrei waren. Mit Borrelien infizierte Zecken übertragen diese erst nach einigen Stunden des Saugens auf die Katze, daher ist es sehr wichtig, dass alle Zecken möglichst schnell von der Katze entfernt werden!
Symptome:
- Schmerzhaftigkeit und /oder Steifheit der Muskeln oder Gelenke
- Müdigkeit
- Fieber
- mangelnder Appetit
- plötzliches Kollabieren / und oder Lähmungen
Dieses sind keine sehr spezifischen Krankheitssymptome und andere Erkrankungen, besonders im orthopädischen Bereich sollten vorab ausgeschlossen werden. Besteht der Verdacht auf „Borreliose“, wird Ihrer Katze Blut abgenommen und es muss eine Titerbestimmung in einem speziellen Labor erfolgen. Leider ist die Titerbestimmung alleine nicht immer aussagekräftig, da auch nicht erkrankte Tiere durch Zeckenkontakt Titer aufweisen können. Zur Sicherung der Diagnose bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit von Tierbesitzern, Tierarzt und parasitologischem Institut. Bei gesicherter Diagnose kann der erkrankten Katze durch Eingabe bestimmter Antibiotika geholfen werden.
Unsere klimatischen Bedingungen haben sich in den letzten Jahren sehr verändert. Zecken überleben häufig die milden Winter in unserer Region unbeschadet. Daher sollte jede Katze mit Freigang das ganze Jahr über mit einem geeigneten Präparat gegen Zeckenbefall behandelt werden.
Babesiose:
Babesien sind Parasiten, die in den roten Blutkörperchen der Katze gefunden werden. Sie werden durch infizierte Zecken auf die Katze übertragen. Sie befallen die roten Blutkörperchen und zerstören diese. Die Katze gilt als sogenannter Zwischenwirt. Katzen, die sich mit dem Leukose und/ oder Lentivirus infiziert haben, scheinen häufiger befallen zu sein. Die Übertragung durch eine Blutinfusion von infizierten Tieren wird ebenfalls diskutiert.
Symptome:
- gestörtes Allgemeinbefinden
- immer wieder auftretendes Fieber
- Anämie Verlust oder Veränderung der roten Blutzellen
- Milzvergrößerung und Gelbsucht
Beim Hund werden inzwischen, durch das gehäufte Vorkommen der „braunen Hundezecke“ auch in nördlichen Bundesländern, vermehrt Erkrankungen mit Babesien festgestellt.
Bartonellose:
Das Bakterium Bartonella henselae wird durch Flöhe auf die Katze übertragen. Es bleibt sogar im Flohkot bis zu 9 Tagen infektiös und durch das Lecken bei der Fellpflege nimmt die Katze das Bakterium wieder auf. In einer amerikanischen Studie heißt es, dass bis zu 40% der freilebenden Katzen sich irgendwann mit Bartonella henselae infizieren. Viele Katzen zeigen nur sehr kurzfristig klinische Symptome, die häufig von den Besitzern nicht bemerkt werden.
Symptome:
- Schwellung der Lymphknoten
- mittelgradige Anämie
- Empfindlichkeitsverlust in den Pfoten
- vermindertes Gleichgewichtsgefühl
- Entzündung der vorderen Augenkammer
Die Infektion kann bei Katzen durch die Gabe bestimmter Antibiotika behandelt werden. Allerdings kann die Katze die Bartonellen auf den Menschen übertragen. Besonders Menschen mit reduziertem Immunsystem sind gefährdet. Wissenschaftler nehmen an, dass der im Flohkot enthaltene Erreger unter den Krallen der Katze sehr lange überlebt und Katzen ihn durch Kratzer auf den Menschen übertragen können, daher der Name im englischen Sprachgebrauch: Cat Scratch Disease.
Für den Menschen stehen sowohl Haut- und Blutteste zum Erregernachweis zur Verfügung. Die Bahandlug erfolgt duch die Gabe von Antibiotika.
Hämobartonellose:
Die Hämobartonellose der Katze beschäftigt zur Zeit mehrere Forschungsgruppen u.a. an Universitäten in der Schweiz und in Deutschland.
Hämobartonellen gehören zur Gruppe der Mycoplasmen, kleine, wandlose Erreger, die schwer nachzuweisen sind. Sie parasitieren im Blut, heften sich dort an die Oberfläche der roten Blutkörperchen. Durch Antikörperreaktionen werden die roten Blutkörperchen zerstört und können so eine zum Teil tödlich verlaufende Blutarmut bei der Katze verursachen.
Man unterscheidet bei der Katze zwei Arten:
- Mycoplasma haemominutum
- Mycoplasma haemophilus, man unterscheidet in der englischen Literatur noch in California strain (kleine Variante) und Ohio strain (große Variante), in der Schweiz wurde kürzlich noch eine dritte Variante gefunden
Der Übertragungsweg des Erregers auf die Katze ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Zahlreiche Forscher nennen den Floh als Überträger.
Mycoplasma haemofelis scheint stärker pathogen zu sein, d.h. die Katze zeigt stärkere Krankheitszeichen.
Symptome:
- Fieber
- Anämie, besonders gravierend bei immunschwachen Katzen mit zum teil tödlichem Ausgang
- Apathie
- Schwäche
- Gelbsucht und Milzvergrößerung
Mycoplasmen können von trächtigen Tieren auf die Welpen übertragen werden. Es werden sowohl der Weg in der Gebärmutter via Plazenta, als auch der Saugakt der Welpen diskutiert. Eine Übertragung durch Bluttransfusionen ist ebenso möglich.
Mycoplasmen sind im Blut auch mit neueren Untersuchungsmethoden schwer nachzuweisen. Bei Krankheitsanzeichen, die auf eine Infektion mit Mycoplasmen hinweisen, sollte eine Blutuntersuchung unbedingt vor Beginn einer Behandlung erfolgen.
Zur Behandlung der erkrankten Katze stehen verschiedene Antibiotka zur Verfügung, die allerdings bei Katzen mit geschwächtem Immunsystem durch sogenannte Coinfektionen nicht immer rechtzeitig helfen.
Leishmaniose:
Diese Erkrankung wird nicht durch Zecken oder Flöhe, sondern durch kleine Sandmücken, im englischen Sprachgebrauch "Sandflies", übertragen. Die Leishmaniose soll hier erwähnt werden, da ihr besonders bei Katzen, die aus südlichen Ländern zu uns verbracht werden, eine zunehmende Beachtung erteilt werden sollte. Beim Hund ist das Bild der Leishmaniose inzwischen hinreichend bekannt und es wird auch ein Übertragungsweg von infizierten Hunden untereinander diskutiert. Berichte über Leishmaniose der Katze findet man vor allem aus dem südeuropäischen Raum: Spanien, Italien und Frankreich.
Symptome:
- Hautveränderungen mit haarlosen Stellen, Schuppen und Knötchen, besonders im Kopf- und Ohrenbereich
- systemische Veränderungen
- Leber- und Milzvergrößerung
- Gelbsucht, Erbrechen
- Nierenerkrankungen
- Augenerkrankungen
Der Nachweis erfolgt durch Blutuntersuchungen, Lymphknotenpunktaten und Hautbiopsien. An einem Nachweisverfahren durch Abstriche aus der Bindehaut des Auges wird zur Zeit geforscht.
Wir beraten Sie gerne über die Therapiemöglichkeiten Ihrer Katze.
Bitte immer vor Zecken und Flöhen schützen!
Wir beraten Sie gerne über geeignete Mittel! |